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Erfahrungsbericht Elektroheizungen - ein Einfamilienhaus mit Flächenspeicherheizungen beheizen

1 Jahr Elektroheizungen im Einsatz – eine Familie gibt Einblick in 12 Monate Heizen mit Flächenspeicherheizungen

Ich bin Ralf M.* (40) und lebe mit meiner Frau Sabine (38) und unseren Jungs Niklas (10) und Moritz (6) seit dem Frühjahr 2021 im eigenen Haus, besser gesagt in der eigenen Doppelhaushälfte. Unser Zuhause liegt im Erzgebirgsvorland in einer Kleinstadt nahe Chemnitz. In diesem Blogbeitrag berichte ich von unseren Erfahrungen mit Flächenspeicherheizungen im sanierten Altbau-Einfamilienhaus.

* Namen, Orte etc. wurden zum Schutz der Familie anonymisiert

Das Gebäude

Das freistehende Doppelhaus wurde 1927 errichtet und befindet sich in einer Eigenheimsiedlung in einer ruhigen Nebenstraße. In dieser Lage ist es meist nur schwachem Wind ausgesetzt. Die tiefste Außentemperatur in einem normalen Winter liegt bei -14°C.

Vor dem Einzug haben wir das Haus grundlegend sanieren lassen. Die bestehende vorgehangene hinterlüftete Fassade ist mit Mineralwolle gedämmt. Zusätzlich wurden die Außenwände mit einer Innendämmung aus 30 mm Hartschaumplatten versehen. Die alten Holzfenster ließen wir durch moderne Kunststofffenster mit Doppelverglasung ersetzen. Eine Zwischensparrendämmung aller Dachflächen realisierten wir durch 240 mm dicken Klemmfilz (WLG035). Zusätzlich dazu verbauten wir eine 24 mm Untersparrendämmung. Auch die Fußböden im Erdgeschoss (über Keller und Tiefgarage) sowie im Obergeschoss und Dachgeschoss wurden gedämmt. 

Sanierungsarbeiten Dämmung

Die aus DDR-Zeiten stammende veraltete Elektrik, mit teilweise noch Aluleitungen, war für die geplante Nutzung nicht ausreichend. Deshalb erfolgte eine komplette Neuinstallation aller Haupt- und Nebenleitungen. Jeder Raum erhielt neben der normalen Verkabelung auch einen eigenen abgesicherten Heizungsanschluss.

Räume und verbaute Heizungen

Im Haus haben wir auf ca. 150 m² Wohnfläche aktuell 9 Flächen­speicher­heizungen in 8 Räumen installiert. Ein Raum, das zweite Badezimmer, ist aktuell noch nicht ausgebaut und wird nicht genutzt. Vor dem Kauf der Elektroheizungen berechneten wir mit Hilfe des Wärmebedarfsrechners von elektroheizung-direkt.de den Wärmebedarf, einzeln für jeden Raum. Der Rechner ist sehr simpel und nutzt ein Kurzverfahren in Anlehnung an die DIN 4701. 

Wärmebedarfsrechner Elektroheizung

Im Anschluss suchten wir uns die passenden Heizkörper von Technotherm heraus. Sehr vorteilhaft ist, dass man für jede Örtlichkeit die passende Heizung bekommt. Daher haben wir eine bunte Mischung aus Standard, hohen und niedrigen Flächenspeicherheizungen gewählt. Hier kauften wir stets Elektroheizungen mit einer höheren Leistung als errechnet. In den offenen Bereichen wie dem Flur und dem Arbeitszimmer sogar mit deutlich höheren Leistungen. Anders als bei Konvektoren, bei denen eine höhere Leistung immer auch einen höheren Energieverbrauch bedeutet, kann das Nutzen größer dimensionierter Flächenspeicherheizungen sehr sinnvoll sein. Die Geräte müssen nicht ständig am Maximum arbeiten, um den Raum warm zu halten und haben zudem eine längere Speicherdauer, da in den größeren Heizkörpern auch mehr Speichersteine verbaut sind.

Übersicht Elektroheizungen Raumgröße, Wärmebedarf, Heizleistung

Flächenspeicherheizungen im Haushalt

Kalkulierter Stromverbrauch fürs Heizen und Kosten

Bei der Kalkulation des erwarteten Strombedarfs sind wir folgendermaßen vorgegangen: 

  1. Wir addierten die Gesamtleistung aller Heizungen im Haushalt: 15.600 W. Dies entspricht 15,6 kW.
  2. Bei einer durchschnittlichen Heizzeit von 8h täglich würden 124,8 kWh pro Tag verbraucht.
  3. Laut Herstellerangabe benötigen die Heizungen jedoch nur ca. 25 % ihrer Heizzeit Strom. 124,8 kWh * 0,25 = 31,2 kWh
  4. Ausgehend von der in Deutschland üblichen Heizperiode vom 1. Oktober bis 30. April kalkulierten wir mit 212 Tagen: 212 * 31,2 kWh = 6.614,4 kWh

Dementsprechend planten wir für die Zeit von Oktober 2021 bis April 2022 mit ca. 6.615 kWh Strom für das Heizen.

Da wir für diese Zeit einen Vertrag bei einem Ökostrom-Anbieter mit einem Preis von 24,25 Cent pro kWh abgeschlossen hatten, rechneten wir mit Heizkosten in Höhe von 1.604,14 EUR.

Der jährliche Stromverbrauch einer vierköpfigen Familie im Eigenheim liegt laut Stromspiegel bei ca. 4.000 kWh. Zusätzlich zum „Heizstrom“ haben wir daher 4.385 kWh für den Haushaltsstrom sowie die Warmwasseraufbereitung, welche mit Hilfe von Durchlauferhitzern erfolgt, eingeplant.

Für die kalkulierten 11.000 kWh Gesamtverbrauch ergab sich (inkl. 192 EUR Grundpreis pro Jahr) eine Summe von 2.860 EUR, was einen monatlichen Abschlag von 238 EUR zur Folge hatte.

Flächenspeicherheizungen im Haushalt

Tatsächlicher Stromverbrauch fürs Heizen und Kosten

Um den Verbrauch zu Überwachen wurde zum einen monatlich der Gesamtverbrauch des Hauses notiert und zum anderen die Verbrauchsübersicht für die Elektroheizungen in der App genutzt. Dort kann ich die täglichen, monatlichen oder jährlichen Daten jedes Heizkörpers abrufen.

Verbrauchsansichten in App

Verbrauchsübersicht alle Heizungen

Hier der Gesamtstromverbrauch für das Heizen im Vergleich zu der maximalen Außentemperatur:

Diagramm Energieverbrauch

Vergleicht man den kalkulierten und den tatsächlichen Stromverbrauch für das Heizen, haben wir 947 kWh weniger als kalkuliert verbraucht. Dabei muss man allerdings erwähnen, dass eines der Kinderzimmer relativ wenig genutzt wurde. Andererseits haben wir durch lange Zeiten im Home-Office und Home-Schooling sowie zweimal Corona-Quarantänen wesentlich mehr Zeit zu Hause verbracht, als sonst im Alltag üblich.

Das schlägt sich auch im Gesamtstromverbrauch unseres Haushaltes nieder. Dieser lag für die Zeit von Mai 2021 bis April 2022 bei 11.316 kWh. Abzüglich der 5.668 kWh fürs Heizen benötigten wir 5.648 für die Warmwasseraufbereitung und den Haushaltsstrom. Hier lagen wir satte 1.263 kWh über unserer Kalkulation.

Fazit

Wir sind mit unseren Elektroheizungen und dem Stromverbrauch sehr zufrieden.

  • Der beworbene Wärmemix mit 50% Konvektion und 50% Wärme ist tatsächlich super angenehm. Es ist eine andere Wärme, als wir sie von unserer alten Gas-Zentral-Heizung gewohnt waren. Wesentlich wohliger und raumdurchdringender.
  • Die 25% Stromverbrauch für eine Stunde Heizen mit Flächenspeicherheizungen scheinen ebenfalls zu stimmen. Unsere Kalkulation ging mehr als auf, wurde sogar übererfüllt.
  • Wir nutzen die smarte Schnittstelle, welche an unserem Router angeschlossen ist, und uns die Steuerung per Handyapp ermöglicht. Für uns eine optimale Lösung, da sich alle Einstellungen jederzeit und von jedem Ort vornehmen lassen. Im Winter haben wir z.B. während eines Zoobesuchs gemerkt, dass wir nach dem Lüften die Heizungen nicht wieder angeschaltet hatten. Anstatt dann in ein kaltes Zuhause zurückkehren zu müssen, zückten wir einfach das Handy und schalteten die Heizungen aus der Ferne wieder ein.Appsteuerung Flächenspeicherheizung
  • Einen riesigen Unterschied zur Zentralheizung macht die Möglichkeit, jeden Heizkörper individuell programmieren zu können. Wir haben für jeden Raum eigene Heizprogramme eingestellt. Bei Bedarf passen wir diese im Handumdrehen per App auch mal an. Durch die Heizprogramme wird garantiert, dass wir absolut bedarfsgerecht Heizen. Sind wir nicht zu Hause oder nutzen während des Tages im Home-Office z.B. andere Räume so gut wie nie, laufen diese auf unserer ECO-(Absenk-)Temperatur von 17°C. Dies spart jede Menge Energie, ohne dass wir auf etwas verzichten müssen.
  • Mit unseren Kosten von 238 EUR monatlich für den Strombezug in den vergangenen 12 Monaten können wir gut leben. Vergleichen wir dies mit den Kosten unseres direkten Nachbarn (2 Personen-Haushalt mit ganzjährig Arbeiten im Homeoffice), welcher mit Gas heizt, kommen wir sogar etwas günstiger raus (wobei seine Haushälfte mit ca. 100 m² Wohnbereich nach Norden ausgerichtet und nicht gedämmt ist). Zwar ist das Gas (noch) günstiger als der Strom, jedoch hat unser direkter Nachbar weitere Kosten, welche bei uns nicht entstehen. Kostenvergleich Elektroheizung vs. Gasheizung

 

Wir werden auch im 2. Nutzungsjahr alle Werte weiter im Blick behalten und im Anschluss diesen Beitrag aktualisieren. Durch die aktuellen, kriegsbedingten Preissteigerungen auf dem Energiemarkt werden die Kosten im 2. Jahr leider deutlich höher ausfallen. Dies betrifft Gas- und Öl noch weitaus stärker als Strom, so dass Heizen insgesamt für alle teurer wird. Wir planen die Kosten zukünftig durch die Anschaffung einer PV-Anlage mit Speicher und Cloud zu reduzieren. Gern berichten wir später auch über dieses Projekt.

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